Deutsche Ausgabe · VATICAN SAGA · 08/17
Die Gillette-Leute
DIE GILLETTE-MENSCHEN Nicht an dem, was sie tragen
Schon mal von einem Gott gehört? Er ist wie einer, nur verkauft er Rasierklingen. Natürlich ist das ein Scherz. Der Gillette-Mann wird nicht als Heiliger geboren. Er wird in einer großen Organisation geboren. Von ihr lernt er Disziplin, Methode, Respekt vor dem Verbraucher, Liebe zum Detail und die Fähigkeit, die Welt zu beobachten und ihre Veränderungen zu verstehen. Er nimmt diese Lehren von seiner „Mutter Gillette“ auf und verwandelt sie in etwas Persönliches, Freies und zutiefst Menschliches. Er erzählt Geschichten, ohne zu prahlen. Er hört zu, ohne zu unterbrechen. Er baut auf, ohne zu beherrschen. Er verbindet, was andere als getrennt sehen. Er bietet Landkarten an, keine Ziele. Deshalb erkennt man ihn nicht an dem Logo, das er trägt. Man erkennt ihn an der Art, wie er die Welt sieht. Und wenn man ihm begegnet, vergisst man ihn selten. Wie ein Duft, den man jeden Tag trägt. Wie eine Klinge, die man schon am ersten Zug erkennt. Wie eine Geschichte, die in einem weiterlebt. Die Gillette-Frau kam nicht aus derselben Schule. Sie teilt nicht dieselben Eigenschaften wie ein Mann. Sie kann mehr. Weil sie durch drei Intelligenzen lebt, nicht nur durch eine. Die rationale und logische. Die emotionale und zärtliche. Die intuitive. Drei. Eine vollkommene Zahl.
Und wenn man bedenkt, dass sie, wenn sie uns zur Welt bringt, einen Teil jenes X-Faktors weitergibt, der uns erlaubt, ihr ein wenig ähnlicher zu sein. Aber oft findet der Y-Faktor nicht die richtige Harmonie mit den anderen Faktoren. Und was rein geboren wird, verliert an Intensität. Die Gillette-Frau kennt Stärke, ohne sie zeigen zu müssen. Sie kennt Zerbrechlichkeit, ohne sich ihrer zu schämen. Sie kann lesen, was gesagt wird. Und was ungesagt bleibt. Sie bemerkt Einzelheiten, die anderen entgehen. Sie verbindet Menschen, bevor sie Ideen verbindet. Sie baut Brücken, während andere darüber streiten, wo die Grenzen verlaufen sollen. Deshalb erkennt man sie nicht an der Position, die sie innehat. Man erkennt sie an der Spur, die sie hinterlässt. Still. Tief. Dauerhaft. Wie die besten Geschichten. Und vielleicht, weil jeder Spiegel den Vater in jeder Frau widerspiegelt. Er bietet Landkarten an. Sie hinterlässt Spuren. Keiner von beiden wird an dem erkannt, was er trägt. Beide werden an dem erkannt, was im Raum bleibt, nachdem sie ihn verlassen haben. Mit einem Wort: GILLETTENARRATIVE
Ferdinando © Ferdinando Frega. Alle Rechte vorbehalten. Offiziell registriert und geschützt nach dem Urheberrecht der Vereinigten Staaten.
Ferdinando