WAS FÜR EIN WUNDERBARES GEFÜHL

MEN’S GILLETTE STORY · Deutsche Ausgabe  ·  THE TRIAL

WAS FÜR EIN WUNDERBARES GEFÜHL

VOL. IV · WAS MICH PRÜFT

Die Rückkehr zu Gillette? Nein danke. Meine wahre Geschichte.


Ich verließ Mutter Gillette am 1. Dezember 2003.

Ich kehrte der Konzernwelt den Rücken und ließ eine Rolle zurück, die ich achtzehn Jahre lang innegehabt hatte.

Es war keine dramatische Entscheidung.

Es fühlte sich eher an, als hinge man einen alten Anzug zurück in den Schrank und beschlösse, ihn nicht wieder zu tragen.

Nicht weil er abgetragen war.

Schlicht weil er dem Menschen nicht mehr ähnelte, der ich werden wollte.

Also suchte ich nach einem anderen Anzug.

Einem mit genug Platz für eine Zukunft, die niemandes Erlaubnis brauchte.

Die Geschichte hätte dort enden sollen.

Doch manche Geschichten haben nicht die Absicht zu enden.

Sie warten nur.

Dann, eines Tages, schicken sie dir die Rechnung.

Fast dreiundzwanzig Jahre später halten mich Leute auf der Straße an und sagen:

„Wir freuen uns sehr, dass du wieder für Gillette arbeitest.“

Das Problem ist, dass ich das nicht tue.

Und das zu erklären erweist sich als überraschend schwierig.

Dann kommen die Theorien.

„Du leitest jetzt GILLETTENARRATIVE, die neue Verlagsabteilung der berühmten Marke.“

An diesem Punkt verlässt die Wirklichkeit offiziell den Raum.

Die nächste Frage folgt meist:

„Wie um alles in der Welt hast du das geschafft? Einundsechzig Jahre alt, kein Universitätsabschluss und eine spektakuläre Vier in Italienisch.“

Ich weiß selten, was ich antworten soll.

Dann fangen ehemalige Kollegen an anzurufen.

Manche scheinen ernsthaft daran interessiert herauszufinden, ob es innerhalb der Marke auch für sie offene Stellen geben könnte.

Da entdeckte ich etwas, das mir nie jemand erklärt hatte: Literatur hat Nebenwirkungen, vor denen einen niemand warnt.

Hätte ich das früher gewusst, hätte ich vielleicht einen ruhigeren Beruf gewählt.

Fischen, vielleicht.

Gewiss nicht den Vertrieb.

Inzwischen hat sogar der Bürgermeister meiner Heimatstadt die Geschichte gehört.

Ich hoffe nur, er erscheint nicht an meiner Haustür und bittet mich, jemanden einzustellen.

Ich hätte ein praktisches Problem.

Ich besitze keine Büros.

Keine Zentrale.

Keine Personalabteilung.

Nur einen Schreibtisch.

Eine Tastatur.

Und Geschichten im Wert eines ganzen Lebens.

Den Rest trage ich bei mir.

Weil ich ehrlich nicht wüsste, wo ich ihn sonst lassen sollte.

Willkommen bei Gillettenarrative.com.


Ferdinando Frega
BLADEFREGA · Nando the Scribe

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THE TRIAL
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